Haptische Pedale reduzieren die Vielzahl der optischen und akustischen Warnungen

Das Gaspedal als Schnittstelle: Haptische Fahrerkommunikation wird als dezent und wirksam empfunden

Unsere Fahrzeuge werden mit stetig mehr Fahrerassistenzsystemen ausgerüstet. Der Fahrer soll unterstützt und alle Insassen geschützt werden. Wenn nötig, wird Fehlverhalten nicht nur angezeigt, sondern sogar korrigiert. Auch der Schutz von Fußgängern im Straßenverkehr soll damit weiter verbessert werden. Aktuelle Diskussionen der EU-Kommission beleuchten u.a. den Einsatz von Fahrerassistenzsystemen, um die Zahl der Verkehrsunfälle mit Todesfolge zu senken.

Die Wichtigkeit dieser Systeme ist anerkannt, jedoch führt die Vielfältigkeit der Warnungen, optisch oder akustisch und dabei gut im Fahrzeug zu sehen und zu hören, teilweise zu einer Reizüberflutung. Sämtliche Insassen haben an diesem blinkenden und tönenden Erlebnis teil und bei besonders sensiblen Einstellungen entsteht gar der Eindruck, der Fahrer mache sehr häufig Fehler. Weshalb sonst erfolgen permanente Warnungen?!

Alles in allem kann dies zu einem Gefühl der Bevormundung und letztlich zur Verärgerung des Fahrers führen, denn Warnungen werden teilweise als verfrüht oder gar überflüssig empfunden. Im schlechtesten Fall werden die Systeme manuell ausgeschaltet, damit Ruhe herrscht!

Erst kürzlich durfte ich selber diese Erfahrung mit einem voll ausgestatteten Leihwagen und einem sehr sensiblen Beifahrer machen. Die frühen Warntöne des Spurwechselassistenten, die guten Ratschläge von rechts … Sie ahnen, wie intensiv ich da über den AUS-Taster nachgedacht habe … für BEIDE!

Ist es nicht höchste Zeit, das Blinken und Piepen im Auto zu reduzieren und wirksamere und vor allem dezentere Kommunikationsschnittstellen zu nutzen?


Sie sehen hier eine Übersicht der gebräuchlichsten Warnsysteme. Weitere Assistenzsysteme werden allein durch die Vielfalt künftiger Antriebstechnologien hinzukommen. Beim Elektroantrieb ist beispielsweise der Übergang vom elektrischen Fahren in den Verbrennungsmodus eine Meldung wert. Für die Effizienzsteigerung gibt es eine Schaltempfehlung. Pling! Die Liste ließe sich noch länger fortführen, aber in diesem Blog soll es um eine Alternative gehen!

Unsere Lösung: eine direkte haptische Rückmeldung über das Fahrpedal von AB Elektronik

Der Dialog mit einem haptischen Fahrpedal ist geräuschlos, unsichtbar für alle Beifahrer und äußerst effektiv. Genutzt wird der im Regelfall permanente Kontakt vom Fahrerfuß zum Gaspedal. Über die Pedalplatte übertragen wir optimal abgestimmte haptische Signale. Ausgelöst wird eine intuitive Reaktion des Fahrers, die schneller erfolgt als bei einem optischen bzw. akustischen Reiz.

Was kann ein haptisches Gaspedal grundsätzlich leisten?

In seiner Grundfunktionen wandelt das haptische Gaspedal zum Beispiel einen Betätigungswinkel in elektrische Spannung um. Es gewährleistet eine Gegenkraft mit oder ohne Kick-Down-Funktion.

Optional kann das Gaspedal auch weitere zuschaltbare haptische Funktionen generieren. Dazu gehört eine gezielte Überhöhung der Pedalkraft oder ein Anklopfen der Pedalplatte unter dem Fahrerfuß, um nur einige zu nennen.

Nachfolgende Grafiken zeigen Möglichkeiten auf, die weiteren zuschaltbaren Funktionen der Pedalkraft zu variieren.


Stand der Entwicklung und Anwendung heute

AB Elektronik entwickelte bereits frühzeitig ein haptisches Gaspedal, das 2008 bei einem japanischen OEM in Serie ging. Mit dieser „Vollversion“ eines haptischen Gaspedals waren alle obigen Kraftmodifikationen möglich. Entsprechend komplex und kostenintensiv wurde das Gesamtsystem. Die darauffolgenden Praxisphasen brachten immer neue Erkenntnisse und erzeugten eine Lernkurve hinsichtlich der Vereinfachung des Aufbaus bei deutlicher Gewichtsreduzierung und mit minimiertem Stromverbrauch. Es entstand ein modernes, den künftigen Fahrzeuggenerationen entsprechendes haptisches Fahrpedal.

Heute werden haptische Pedale in verschiedenen Oberklassefahrzeugen eingesetzt. Ihre Anwendung dient dort zur Senkung der Verbrauchswerte, und/oder es wird ein Signal übermittelt, wenn der Antrieb vom Elektro- in den Verbrennungsmodus umschaltet.

Ein Ausblick in die Zukunft der haptischen Gaspedale
Künftig werden haptische Gaspedale der ersten Generation, einer Vollversion mit sämtlichen Kraftmodulationen, aus Kostengründen nicht mehr angefragt.

Basierend auf einer Vielzahl von Gesprächen mit Automobilherstellern erkennen wir folgenden Trend:

Von den OEMs werden haptische Gaspedale, beschränkt auf nur eine Funktion, gefordert. Dadurch lassen sich einfache, kundenspezielle Designs entwickeln, die kompakt und kostengünstig sind.

Dieser Trend spiegelt sich in einem EU-Gesetzesentwurf wider, der unlängst veröffentlicht wurde. Inhaltlich geht es um die Steigerung der Fahrsicherheit durch den Einsatz eines intelligenten Geschwindigkeitsassistenten.
Adaptiert an eine Schildererkennung gibt dieser dem Fahrer bei Erreichen oder Überschreiten der geltenden Geschwindigkeitsbeschränkung ein spürbares haptisches Signal über das Gaspedal.

Das Pedaldesign von AB Elektronik für hängende Gaspedale ermöglicht die Integration einer solchen Funktion.
Umgesetzt wird zum Beispiel ein Doppelimpuls an der Pedalplatte, erzeugt durch einen entsprechenden Aktuator.
Der dafür erforderliche Platz ist klein und bei gängigen Bauraumverhältnissen gegeben. Selbst die Nachrüstung bestehender Anwendungen ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

 

Vielen Dank für Ihr Interesse!
Wir stehen Ihnen gerne für Fragen zu Ihren kundenspeziellen Applikationen zur Verfügung!

Roger Möllers
Product Application Manager Driver Demand Controls

Erfahren Sie hier mehr über technische Eigenschaften und Bauformen unserer Pedale:
https://bit.ly/2TkfhvI